top of page

Prävention, Begleitung, Krise

Prävention ist mir ein besonderes Anliegen.

 

So wie Sie (hoffentlich) regelmäßig eine Arzt für Vorsorgeuntersuchungen aufsuchen, wäre es auch wünschenswert, sich frühzeitig um die Psyche zu kümmern, wenn Sie scheinbar ausweglosen Situationen gegenüberstehen oder sich sogar schon erste Symptome, wie Angst oder depressive Verstimmungen zeigen.

Sie können mehr tun als Sie denken, um psychisch gesund zu bleiben.

Neben allgemeinen Tipps betreffend Auszeiten etc ist bei anhaltenden belastenden Gefühlen eine regelmäßige tieferliegende Analyse Ihrer Psyche unerlässlich: 

 

Wichtige Entscheidungen, die Sie treffen oder neue Herausforderungen sollten niemals auf Basis von Angst oder auf Basis des Wertesystems allein getroffen werden. Nicht immer sind diese wichtigen inneren Prozesse auf den ersten Blick erkennbar. 

 

- Lernen Sie deswegen Ihre inneren Anteile/Ihre Tafelrunde kennen: Ihr Wertesystem, Ihr Gefühlsleben, Ihre Traumaanteile/Angstanteile, Ihren Slbstliebe/Gefühlsanteil, Ihren inneren Kommandanten usw. Sie können sich vorstellen, dass alle Anteile eine eigene Persona haben, mit einer eigenen Geschichte, Wahrnehmung, Gefühlen und Bedürfnissen. Und mit hoher Wahrscheinlichkeit sind sich diese Anteile uneins. Deswegen benötigt diese Runde ein ICH als Vorsitzenden, der alle Anteile kennt, hört, versteht, würdigt, ernst nimmt und bei Entscheidungen Kompromisse findet, mit der alle Anteile zufrieden sind. 

Ein Beispiel zu Vortragsangst:

Ein frisch gekürter Abteilungsleiter sollte beim nächsten Messeevent einen Vortrag vor großem Publikum halten, hat aber Sorge vor unkontrollierten Schweißausbrüchen und Stottern. Die Tafelrunde wird einberufen und das ICH eröffnet die Sitzung:

Als erstes wird der Angstanteil gehört, er ist ca 10 Jahre alt und hat bei einem Referat in der Schule versagt. Kein Wort kam aus ihm heraus, alle haben gelacht, der Lehrer brachte es nie mehr zur Sprache, so wurde es nicht aufgelöst und die Scham hing fortan wie eine unsichtbare Wolke über ihm. Er wusste nicht, wie die anderen über ihn denken, in seiner Annahme höchst negativ. Es fühlt als wäre es gestern und bettelt um Schutz, denn. es geht um soziales Leben oder Tod. Seither hat er auch nie wieder vorgetragen und keine Möglichkeit, diese Fähigkeit zu lernen. Sein Vater erkannte die Tragweite des Traumas nicht und drängte ihn zu mehr Leistung und mehr Mut, denn im Beruf könne man sich ja auch nicht verstecken. Da hatte er natürlich auch recht. 

Der Berufstätige / innere Vater sagt daher: Vor Menschen zu präsentieren kann doch nicht so schwer sein, das muss man können und ist Teil des Jobs, alle anderen auf der gleichen Ebene machen es auch. Man gehört dann nicht mehr dazu, ist ein Versager, Jobverlust steht im Raum, oder noch schlimmer: man wird nicht mehr ernst genommen, die Karriere stockt. Außerdem möchte dieser Anteil zeigen, was er kann und weiß.

Der innere Druck baut sich auf, es gibt scheinbar keine Lösung, als den Vortrag jemand anderem zu überlassen oder das Risiko auf sich zu nehmen, zu versagen.

Das ist der Moment, in dem sich Ihr Fürsorge-/Mitgefühlsanteil melden sollte, der meint, dass man einen Angstanteil nciht übergehen darf und immer nur mit einem Gefühl und nie dagegen arbeiten kann. Sonst rächt sich der 10Jährige mit Stottern, Schweißausbrüchen und auf längere Sicht mit Burnout oder Angsterkrankungen, wie Agoraphobie. 

Das ICH hört alle an, es würdigt jeden Anteil, ohne zu bewerten und muss nun eine Entscheidung treffen. Klar ist: übergeht man den Angstanteil, wird er stärker, übergeht es den Berufstätigen, steht die Existenz am Spiel. 

Die Lösung kann nun so aussehen:

1. Arbeit mit dem Angstanteil in Hypnose und Umwandlung in ein emotional korrigierendes, stärkendes Erlebnis. Wichtig: Der Angstanteil geht nicht weg, er bleibt, aber bekommt zukünftig eine wichtige Rolle: nämlich aufzupassen, dass die Vorbereitung ausreichend ist und Erkundigungen zum Publikum und dessen Erwartungen einzuholen. 

2. Arbeit in der Realität: Erkenntnis, dass Meister nicht vom Himmel fallen: Schrittweiser Aufbau der Rolle eines Vortragenden in Form eines Seminars, Übungen zu Hause vor dem Spiegel, Vortrag vor einer Person, dann zwei Personen, kleinen Gruppen usw. Es ist eine irrige Annahme, dass Rollen sofort beherrscht werden. Sie müssen genauso wie Autofahren geübt und trainiert werden. 

 

Manchmal braucht es keinen akuten Krisenfall, sondern einen geschützten Raum zum Innehalten - und im besten Fall eine Person, die Sie kennt, um Lösungen für scheinbar ausweglose Situationen zu finden. 
 
Präventive Gespräche helfen, Belastungen früh zu erkennen, innere Dynamiken zu verstehen und Klarheit zu gewinnen, bevor sich Konflikte oder Symptome verfestigen.

In der professionellen Begleitung werden Zusammenhänge sichtbar, Entscheidungen vorbereitet und neue Handlungsspielräume eröffnet – ruhig, wertschätzend und auf Augenhöhe. 

Je früher Sie kommen, umso kürzer die Therapiedauer. 

Bildschirmfoto 2026-01-18 um 12.11.27.png
bottom of page